Kult und Traditionen in Alta Badia:
ladinische Sprache und Kultur
Alta Badia kann als Wiege der ladinischen Kultur bezeichnet werden. Die ladinische Bevölkerung lebt hier seit der Antike: freundliche Bewohner, die es verstanden haben ihren Glauben, ihre Sprache und die kulturellen Bräuche dieser Gegend zu bewahren. Die ladinische Sprache verbreitete sich anfänglich unter den ersten Einwohnern von Alta Badia. Diese rätischen Völker entwickelten eine "vulgäre" Sprache, eine Mischung des Rätischen und des Lateinischen. Noch heute wird diese Sprache hier gesprochen. Die ladinische Sprachgruppe stellt heute die dritte ethnische Gruppe in Südtirol dar. Diese sprachliche Minderheit ist auch in der Schweiz, in Comelico und in Friaul zu finden.
Die ladinische Bevölkerung von Südtirol, die sich vor allem im Gadertal und im Grödnertal niedergelassen hat, war seit jeher mit den Schwierigkeiten des Lebens in einer Bergwelt konfrontiert, die als wenig gastfreundlich galt und schwierigen Wetterbedingungen ausgesetzt ist. Aufgrund dieser Probleme lernten die Ladiner schnell mit Hilfe von Weidewirtschaft und Landwirtschaft ihr Leben zu meistern. Die Ladiner spezialisierten sich auf den Anbau von Hirse, Hafer und auf die Herstellung von Milchprodukten - Lebensmittel, die noch heute sehr verbreitet sind. Immer noch nehmen die Ladiner diesbezüglich eine Führungsrolle ein.
Die ladinische Bevölkerung in Alta Badia verteidigt die eigenen Traditionen sehr weise: Volksglaube, ladinische Feste und Legenden werden ständig am Leben erhalten, genauso wie der Gebrauch der ladinischen Sprache. Zu Beginn wurde die ladinische Sprache als lokaler Dialekt bezeichnet. Mittlerweile ist es eine offizielle Sprache, die in der öffentlichen Verwaltung, in den Schulen und sogar in der ladinischen Wochenzeitung "Usc di Ladins" Verwendung findet.
Obwohl das Gadertal aufgrund der starken territorialen Entwicklung mittlerweile eines der bekanntesten Skigebiete Südtirols ist, haben die Ladiner der Dolomiten ihre Wurzeln und alten Traditionen nie aufgegeben. Dies bezeugen auch die "Viles", typisch ladinische Häuser, die in der Regel aus der "ciasa" (dem Schlafbereich), und dem Kellergeschoss mit Keller oder Lager bestehen. Das Wohnhaus wiederum ist mit der Scheune und dem Stall verbunden.
Wer mehr über die Kultur und Tradition der Ladiner erfahren möchte, kann seine Kenntnisse im Ladinischen Kulturinstitut "Micurà de Rü" in St. Kassian oder in Wolkenstein in Gröden vertiefen. Diese Kulturinstitute verfolgen das Ziel, mit verschiedenen Initiativen die ladinische Sprache und Kultur in Südtirol zu bewahren und zu schützen, um die kulturellen Entwicklungen in Alta Badia am Leben zu erhalten.